Apheresen

 
Behandlung

Die Klinik besitzt einen eigenen Herstellungsbereich für Blutstammzellpräparate (Aphereseeinheit) für verwandte und unverwandte allogene sowie autologe (körpereigene) Blutstammzelltransplantationen. Hierbei wird das Blut des Spenders bzw. Patienten in einem Apheresegerät durch Zentrifugation derart aufgetrennt, dass die Schicht, welche die Stammzellen enthält, abgeleitet und gesammelt werden kann, während alle anderen Blutbestandteile (rote Blutkörperchen, Blutplättchen, Plasma) dem Spender / Patienten zurückgeführt werden. Die gesammelten Zellen gesunder Spender werden üblicherweise dem Empfänger frisch verabreicht. Die Zellen für eine autologe Blutstammzelltransplantation werden in flüssigem Stickstoff tiefgefroren und nach stattgehabter Hochdosischemotherapie infundiert. Pro Jahr führen wir rund 200 dieser Leukapheresen (Sammlung «weisser Blutzellen») durch.

Zudem werden in unserer Aphereseeinheit auch Plasmaaustausche durchgeführt. Hierbei werden krankheitsverursachende Eiweisse (insbesondere gegen körpereigene Gewebe oder aber transplantierte Organe gerichtete Antikörper) aus dem Körper entfernt und durch eine Ersatzflüssigkeit (Humanalbumin oder Spenderplasma) ausgetauscht. Das Blut des Patienten fliesst dabei durch ein Apheresegerät, welches das Plasma von den Blutzellen trennt. Während das Plasma des Patienten entfernt und verworfen wird, werden Ersatzflüssigkeit und die zuvor abgetrennten Blutzellen dem Patienten zurückgegeben, was diese Prozedur sehr gut verträglich macht. Es werden pro Jahr ca. 350 Plasmapheresen durchgeführt.

Typische Einsatzgebiete der Plasmapherese sind z.B. :

  • Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
  • Guillain-Barré-Syndrom
  • Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie
  • Myasthenia gravis
  • Behandlung einer Abstossungsreaktion nach Organtransplantation (z.B. Lunge, Niere, Herz)